Entwicklungsziele 2030 als kommunale Aufgabe

Unser Beitrag im MARKT vom 23. Mai 2018

"Die Umsetzung der Agenda 2030 und die Förderung einer nachhaltigen Entwicklung sind Maßstab des Regierungshandelns", schrieb die GroKo am 7. Februar 2018 in ihr Regierungsprogramm. Mit der Agenda sind nicht etwa Schröders Hartz-IV-Pläne gemeint, sondern die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (siehe Bild), die am 1. Januar 2016 in Kraft traten und für die folgenden 15 Jahre, also bis 2030, gelten bzw. erreicht sein sollen.

Ein erstes Überfliegen der Bildkacheln (1 Armut, 2 Hunger) könnte zu dem Schluss führen: "Ach ja, das ist nur was für Entwicklungsländer!" - weit gefehlt: Wie wir hier im "Speckgürtel" unseres Globus leben, wirtschaften und konsumieren hat bereits weltweite Auswirkungen - und zwar auf Grund unserer Wirtschaftskraft mit richtig hebelartigen Folgen.

"Gut, soll die GroKo sich kümmern!" könnte der nächste Impuls sein. Das reicht aber nicht, denn nicht nur unsere Außen-, Wirtschafts- und Entwícklungspolitik, sondern auch unsere Lebensweisen vor Ort beeinflussen bereits die ganze Welt. Entsprechend fordert die Bundesregierung: „Den Ländern und Kommunen kommt bei der Umsetzung der deutschen Nachhaltigkeitsziele und der Agenda 2030 eine entscheidende Rolle zu.“

Schaut man sich die Ziele genauer an, merkt man, dass sie nicht nur global gemeint sind, sondern dass sie sehr wohl unser lokales Wohlergehen betreffen: Bildung, Gesundheit, weniger Ungerechtigkeit und Ungleichheit, mehr Gleichberechtigung, saubere Wasser- und Energieversorgung, usw.

Die nächsten folgerichtigen (Gedanken)-Schritte der Kommunalpolitik wären also, eine Bestandaufnahme unserer Nachhaltigkeitsbemühungen und dann eine Nachhaltigkeitsstrategie vor Ort zu entwickeln.

Also fangen wir an: Zu den Punkten 8 "Menschenwürdige Arbeit" und 12 "Nachhaltiger Konsum" tragen wir bereits als Fair-Trade-Stadt bei. Weitergehende Schritte wären, so wie Hamburg es vorhat, auch die Beschaffungen der Stadt an Nachhaltigkeit auszurichten.

Die Punkte 3 Gesundheit, 5 Gleichstellung und 6 Sauberes Wasser sind Kernpunkte unseres gemeinsamen Abwasserprojektes mit und in unserer palästinensischen Partnergemeinde Jifna. Das ist damit gleichzeitig ein Beitrag unserer Stadt zu internationalen Partnerschaften (17) und Frieden (16).

Vielleicht fallen Ihnen noch mehr Punkte ein? Dann melden Sie sich bei mir: hartmut.jokisch@t-online.de

Hartmut Jokisch
Stadtverordneter und Vorsitzender im Ortsverband der Grünen 

zurück

URL:https://www.gruene-bad-oldesloe.de/aktuelles/expand/682098/nc/1/dn/1/