Gemeinsam gegen den Klimawandel

Unser Beitrag im MARKT vom 7. November 2018

Am 13. Oktober haben wir unsere Äpfel geerntet. Das Thermometer zeigte 26 Grad, viele Freunde waren spontan noch einmal an die Küste gefahren. Gegen Abend schmissen wir den Grill an und saßen im T-Shirt auf der Terrasse.

Ein spektakuläres Kontrastprogramm zum sonst üblichen Herbst-Schmuddelwetter. Aber auch, wie immer häufiger in den letzten Jahren, ein eindeutiges Zeichen: Der Klimawandel ist Realität. Unsere Erde heizt sich zusehends auf. Und für Milliarden Menschen weltweit sind die Folgen weit weniger angenehm als für uns an diesem Oktobertag.

An vielen Stellen wird in Bad Oldesloe mittlerweile gegengesteuert. In der Stadtverordnetenversammlung etwa wurde jüngst die flächendeckende Umstellung der Straßenlaternen auf LED-Lampen beschlossen. Damit werden wir die Gesamtleistung unserer städtischen Beleuchtung voraussichtlich bereits im kommenden Jahr von über 370 auf rund 100 Kilowatt reduzieren – und im gleichen Zug mehr als 70 Prozent CO2-Emissionen einsparen.

Grund zum Zurücklehnen gibt es trotzdem nicht. Siehe Windenergie: Mit gerade mal 56 Megawatt aus 40 Anlagen landet der Kreis Stormarn landesweit auf dem wenig ruhmreichen drittletzten Platz. Und über die nächsten Jahre könnte sich die Menge des bei uns produzierten Windstroms weiter reduzieren: Zahlreiche bestehende Anlagen dürfen nach Ende ihrer technischen Lebensdauer nicht ersetzt werden, müssen also über kurz oder lang wieder vom Netz gehen.

Auch an die eigene Nase dürfen wir uns gelegentlich fassen. Da sind etwa die CO2-Emissionen aus dem Verkehr. Die haben in den vergangenen Jahrzehnten keineswegs abgenommen, sondern sind seit dem Referenzjahr 1990 sogar gestiegen. Allen individuellen Lippenbekenntnissen zum Trotz: Wir fahren immer mehr Auto, und dank SUV-Trend müssen es in der Regel mit jedem Neukauf ein paar Pferdestärken mehr sein. Die Einsparungen aus effizienterer Antriebstechnik werden so direkt wieder aufgefressen.

Letztlich wird uns Technologie allein also nicht helfen. Die unbequeme Wahrheit ist: Nur wenn wir unseren Lebenswandel grundlegend ändern, besteht die realistische Chance, dass die Folgen des Klimawandels handhabbar bleiben. Das erfordert die gemeinsame Anstrengung von Politik, Verwaltung, Wirtschaft – und jedes Einzelnen von uns.

Matthias Adrion
Bürgerliches Mitglied im BSKA

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