Fridays for Future: Wettrennen gegen die Zeit

Unser Beitrag im MARKT vom 29. Mai 2019

Am letzten Freitag haben sie wieder demonstriert: Schülerinnen und Schüler aus Bad Oldesloe und Umgebung sind zum dritten Mal in diesem Jahr auf die Straße gegangen, um gegen die politische Schockstarre angesichts der Klimakrise zu protestieren. Ihren allgemeinen Protest haben sie mittlerweile um ganz konkrete Forderungen ergänzt. Der Kohleausstieg bis 2030, ein Ende der Subventionen für fossile Energieträger und eine Steuer auf alle Treibhausgas-Emissionen sind nur einige davon.

Die vielen tausend Jugendlichen, die deutschlandweit hinter „Fridays for Future“ stehen, haben begriffen, was viele von uns Älteren immer noch erfolgreich verdrängen: Unsere halbherzigen Anstrengungen, den Klimawandel irgendwie in den Griff zu bekommen, reichen nicht aus. Wenn wir global weiter auf heutigem Level Treibhausgase in die Atmosphäre pusten, bleiben uns gerade noch neun Jahre, bis das Ziel von 1,5 Grad Erderwärmung in unerreichbare Ferne rückt. Dass es dann in weiten Teilen der Welt ungemütlich wird, ist in der Klimaforschung längst unumstritten.

Höchste Zeit also für Politik und Gesellschaft, endlich entschlossener gegen den Klimakollaps vorzugehen. Das gilt auch auf kommunaler Ebene. Klar, Bad Oldesloe steht im Gegensatz zu anderen Städten in Stormarn beim Klimaschutz relativ gut da. Unser Klimaziel 2020 für den Strombereich etwa haben wir bereits heute erreicht – auch dank zahlreicher grüner Anträge in den vergangenen Jahren. Umso unverständlicher ist es, wenn an anderer Stelle die Uhr wieder zurückgedreht wird.

Während etwa in Ahrensburg, Bargteheide und Reinfeld ein städtisches Klimaschutzmanagement existiert, wurde der Klimamanager in Bad Oldesloe letzten Herbst aus dem Stellenplan gestrichen. Und auch innovative Antriebskonzepte im ÖPNV bleiben bei uns mindestens für die nächsten zehn Jahre eine Zukunftsvision: In der jetzt abgeschlossenen Ausschreibung des kreisweiten Busverkehrs wurde komplett auf klimaschädliche Verbrennungsmotoren gesetzt.

Zu tun gibt es also auch vor der eigenen Haustür ausreichend. Es ist gut, dass uns unsere Jugendlichen seit einigen Monaten regelmäßig daran erinnern.

Matthias Adrion
Ortsvorsitzender Bad Oldesloe
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

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