Muntere Burgberg-Urbanität

Unser Beitrag im MARKT vom 4. April 2020

Liebe Oldesloerinnen und Oldesloer, 2009 wurde ein Wohnungsmarktkonzept für unsere Stadt entwickelt. In ihrem Gutachten wies die Hamburger Forschungs- und Beratungsgesellschaft F+B auf den großen Mangel an Eigentumswohnungen und Baugemeinschaften hin. F+B sah hier ein Attraktivitätspotential, das durch Schaffung von Bauplätzen im Stadtinnern genutzt werden könne. Ich selbst kenne ein Unternehmer-Ehepaar, das vergeblich die Möglichkeit für eine Wohngemeinschaft in unserer Stadt suchte, und deswegen Bad Oldesloe verließ.

Nun haben wir mit dem Auszug der VHS vom Burgberg endlich die Gelegenheit, solche attraktiven Wohnformen anzubieten. Beim städtebaulichen Wettbewerb für den Burgberg gewann 2018 der Vorschlag Lübecker Stadtplaner den ersten Preis. Sie stellten sich eine lockere Bebauung vor, die insgesamt etwa 60 Wohneinheiten umfasst. Das Quartier wird dank einer Tiefgarage ein autofreies Gebiet, eine vortreffliche Möglichkeit für Begegnungen von Familien, Singles und Senioren – zentral gelegen und naturnah.

Das städtebauliche Konzept existiert somit bereits, das Wohnkonzept aber noch nicht. Jens Wieck (CDU) und ich haben deshalb den Antrag gestellt, für den Burgberg ein Quartiersentwicklungskonzept zu planen, das insbesondere auch die Möglichkeit von Wohngemeinschaften eröffnet. Das Planungsbüro soll im engen Kontakt mit den Interessengruppen (Familien, Singles, Senioren, Wohnbaugesellschaften) die attraktivste Lösung finden.

Ich stelle mir vor, wir könnten bald auch solch ein Interview führen: "Frau Eicker, Sie haben im Wohnprojekt jetzt Ihre eigene Wohnung, teilen aber mit den anderen Hausbewohnern Gemeinschaftsräume wie die Werkstatt oder den Fitnessraum. Was macht den Unterschied zu früher aus?" Eicker: "Du weißt, wer neben dir und unter dir wohnt. Ich kann jederzeit zu einem Nachbarn gehen, wenn ich etwas brauche. Wenn jemand mal krank ist, fragt man, ob man für ihn einkaufen oder ein Süppchen kochen kann. Eben das, was früher in einer Großfamilie ganz normal war. "

Hartmut Jokisch
Vorsitzender Wirtschafts- und Planungsausschuss
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

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