Sommerferien: Zeit zum Träumen

Unser Beitrag im MARKT vom 8. Juli 2020

Das Leitbild der Stadt „Bad Oldesloe ist die attraktive Kreisstadt im Herzen Stormarns, die hervorragende regionale Anbindungen mit hoher Lebensqualität vereint“ und die Unterpunkte laden nicht zum Fantasieren ein, es ist für jede*n und alle Aktivitäten etwas dabei. Das gibt keine Orientierung und keine Gestaltungskraft. Die Frage ist: Wo wollen wir eigentlich wirklich hin? Der gerade neu entstehende Regionalplan gibt hier eine gute Gelegenheit, die Zukunft zu gestalten.

Für mich als Grüner gibt es da klare Vorstellungen und wenn ich auf meine 30 Jahre Kommunalpolitik zurückblicke, dann sind auch von unseren ökologischen Träume der 80er und 90er Jahren viele real geworden. Aber neue ökologische und auch wirtschaftliche Herausforderungen stehen vor der Tür und müssen gemeistert werden: Klimawandel, nachhaltig wirtschaften und glücklich in Bad Oldesloe leben.

Sicher ist, dass nichts bleibt wie es ist. Veränderung heißt lebendig sein. Was wären also meine Träume für ein Bad Oldesloe in 30 Jahren? Zehn Visionen, die ich mir als Zielbilder für das Jahr 2050 vorstellen mag:

  1. In Bad Oldesloe leben 30.000 Menschen, aber es wurde kein weiterer Boden versiegelt. Die „Tiny House“ und Bauwagen-Siedlung auf dem ehemaligen Gewerbegebiet am Großen Teich hat einen hohen Anklang gefunden. Auch die Förderprogramme haben geholfen, dass auf und in bestehenden Häusern Wohnraum geschaffen wurde.
  2. Die Wirtschaft ist nachhaltig, wettbewerbsfähig und zahlt ihre Steuern vor Ort. Viele Oldesloer finden hier gut bezahlte Arbeit. Das Start-up-Zentrum ist über die Stadt hinaus bekannt und vorbildlich.
  3. Die Hälfte der Straßen ist ausschließlich für Fahrradfahrer*innen und Fußgänger*innen umgewidmet worden. Autonom fahrende Elektro-Autos und Elektro-Kleinbusse nutzen die übriggebliebenen Straßen. Diesel- und Benzinmotoren gibt es nur noch im historischen Teil des städtischen Museums zu besichtigen.
  4. Die Bahn fährt den ganzen Tag im 20 Minuten Takt nach Hamburg, Lübeck, und Neumünster. Die Autobahnen sind auf 80 km/h begrenzt und an vielen Stellen mit Naturbrücken versehen.
  5. Die Stadt ist 100% klimaneutral. Auf dem Stadtgebiet wird genau so viel regenerative Energie produziert wie verbraucht. Private Bürger, die Wirtschaft und die Stadt verdienen gutes Geld mit Solaranlagen, die auf fast allen Dächer installiert sind, und den Windkraftanlagen, die wertgeschätzte Kulturdenkmäler geworden sind.
  6. Die Stadt hat hervorragend ausgestattete Kitas, Schulen, ein Regionales Bildungszentrum und eine kleine Fachhochschule. Mehr junge Menschen machen die Stadt „jünger“.
  7. Die Stadt und die Landschaft sind für die Naherholung durch viele Fahrrad- und Spazierwege sehr attraktiv. Sie wird nachhaltig genutzt, was vor allem an dem Verzicht von Pestiziden in der Landwirtschaft, Gartenbau und privaten Gärten liegt. Ein großer Teil des Essens für die Stadt kommt aus der Region. Vor allem die Solidarische Landwirtschaft hat einen Boom erlebt, von der die Bauern gut leben können.
  8. Alle Einkäufe können in der Stadt erledigt werden und die überdachte Fußgängerzone lädt zum Treffen und Schauen ein. Die Innenstadt ist deswegen in den letzten Jahren spürbar aufgeblüht und wieder zum echten Lebensmittelpunkt der meisten Bürger*innen geworden. Die Stadtreparatur ist abgeschlossen, die letzten Bausünden sind beseitigt und die erhaltenswerten historischen Häuser restauriert.
  9. Das Internet ist flächendeckend auf 100 GBit/s ausgebaut.
  10. Die Grünen haben seit vielen Jahren die politischen Mehrheit. :-)

Gerold Rahmann
Stadtverordneter
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

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