Die Zukunft der Stadt: Bad Oldesloe 2.0

Unser Beitrag im MARKT vom 28. April 2021

Bad Oldesloe kann mit mehr als 850 Jahren auf eine lange Geschichte zurückblicken. Erholung suchende Kurgäste waren hier ebenso regelmäßig zu Gast wie dänische Könige, Kriege haben den Ort verwüstet, verheerende Großbrände nicht weniger. Und immer wieder hat die Stadt sich gewandelt: vom strategisch gelegenen Handelsplatz an der Trave zum emporstrebenden Badeort und weiter zur heutigen Kreisstadt.

Oft sind wir Oldesloer nicht gut umgegangen mit unserem städtebaulichen Erbe. Deshalb ist heute dort, wo sich noch Mitte des letzten Jahrhunderts der Bürgerpark samt Freilichtbühne befand, ein gesichtsloser Parkplatz ohne gestalterischen Anspruch. In der Lübecker Straße werden Besucher von der hässlichen Bauruine des früheren Nickel-Kaufhauses begrüßt – eine prächtige Jugendstilfassade musste dafür in den Siebzigern weichen. Und dank immer neuer Wohn- und Gewerbegebiete gerät die grüne Lunge rund um den Stadtkern zunehmend in Bedrängnis.

Aber dennoch – Bad Oldesloe ist eine schöne, freundliche, lebendige Stadt. Anders als in vielen Orten vergleichbarer Größe gibt es noch kleine unabhängige Geschäfte und Restaurants, die den Besuch der Innenstadt zum Erlebnis machen. Es gibt historische Gebäude wie das alte Rathaus, ein Paradebeispiel des klassizistischen Stils. Es gibt das KuB und auch darüber hinaus ein unglaublich reiches kulturelles Leben. Es gibt kleine Oasen der Ruhe wie den Mühlenplatz oder das Heiligengeistviertel.

Gleichzeitig ist klar: Bad Oldesloe muss sich wandeln, um zukunftsfähig zu bleiben. Spätestens die Schließung des M&H-Kaufhauses im Jahr 2012 hat gezeigt, dass sich der Einzelhandel in einem dramatischen Umbruch befindet. Auch das Konzept der „autogerechten Stadt“, dass trotz großzügiger Fußgängerzone nach wie vor unsere Verkehrsplanung bestimmt, hat sich überholt. Und noch immer gibt es viele Problemzonen, die nach einer grundlegenden Stadtreparatur schreien.

Wie wollen wir künftig vor Ort leben, arbeiten, unterwegs sein, einkaufen? Unter dem Motto „Bad Oldesloe 2.0“ werden Verwaltung und Politik diese Fragen in den kommenden Monaten gemeinsam angehen. Nutzen Sie die Chance, sich dabei als Bürger*in einzubringen und die weitere Entwicklung der Stadt mitzugestalten. Gelegenheit dazu bietet die digitale Auftaktveranstaltung am 29. April, an der Sie morgen ab 17 Uhr über den YouTube-Kanal der Stadt teilnehmen können.

Weitere Infos: www.badoldesloe.de/Politik-und-Verwaltung/Stadtentwicklung/Bad-Oldesloe-2-0/

Matthias Adrion
Bürgerliches Mitglied im UEVA und stv. bürgerliches Mitglied im BSKA
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN



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