Die Grüne Tat 2013

Auf unserem Neujahrsempfang am 31. Januar 2014 wurde der Preis für "Die Grüne Tat" an die Betreiberinnen von Opens external link in new windowEfAs Kleiderkiste vergeben. Die Kleiderkiste, die abgelegte Kleidung in vielen Orten der Stadt sammelt und die noch brauchbaren Stücke zu niedrigen Preisen weitergibt, ist sowohl eine soziale Einrichtung als auch ein Projekt, das dem Umweltschutz dient.

Die Laudatio von Nicole Kanapin im Wortlaut: 

Unser diesjähriger Preis geht an ein Projekt, dass bereits vielfach als soziales Vorzeigeprojekt belobigt und ausgezeichnet wurde. Gemeint ist die von Frau Ilse Siebel gegründete EfAs Kleiderkiste.

Mit ihren Mitstreitern ist es ihr gelungen, einen von der Bevölkerung gern angenommenen Treffpunkt zu schaffen, wo gut erhaltene gebrauchte Bekleidung für den kleinen Geldbeutel für jedermann zu haben ist. Das ist natürlich auch all den ehrenamtlichen Helfern zu verdanken, die im ganzen Stadtgebiet Bekleidung an Sammelstellen wie den Kindergärten usw. annehmen, von dort abholen, sortieren, zum Verkauf einräumen und in den jetzt wunderschönen Räumen im Skymarkt Ratzeburger Straße anbieten.

Wir wollen aber heute vor allem die zweite Seite der Medaille loben, nämlich die umweltfreundliche, also die besondere Grüne Tat.

Durch die Arbeit der Kleiderkiste wird nicht nur gebrauchte Kleidung an den Mann oder die Frau gebracht, um Menschen mit geringem Einkommen die Möglichkeit zu günstigem Einkauf zu geben, sondern es wird gleichzeitig Klimaschutz und Ressourcenschonung betrieben.

Klimaschutz in der Abfallwirtschaft beginnt zum einem mit Abfallvermeidung – also nicht immer billig kaufen und dann wegwerfen. Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Weiterverwendung von Bekleidung. Dadurch kann der Schaden des Klimakillers Bekleidung vermindert werden.

Kleidung verursacht während des ganzen Produktionsprozesses vom Acker bis zum Schrank Emissionen:

  • beim Anbau durch die Herstellung und das Ausbringen von Düngern und Pestiziden
  • durch die energieintensive Veredelung
  • beim Transport per Flugzeug Ein T-Shirt fliegt 18.000 Kilometer um die Welt, bis es in deutschen Läden landet

Unsere vollen Kleiderschränke verdanken wir einer enormen Menge Chemie auf dem Acker. Fast ein Viertel aller Insektizide weltweit werden Jahr für Jahr allein nur auf Baumwollfeldern gesprüht. Die Menge Baumwolle die in einem T-Shirt steckt verschlingt 150 Gramm Gift.

Jedes Kilo Baumwolle, das geerntet wird, hat etwa 29.000 Liter Wasser geschluckt. Ein T-Shirt verschlingt zwischen 2.000 und 9.000 Liter Wasser – ohne das Wasser, das später zum Färben benötigt wird.

Zum Veredeln, Färben und Bedrucken werden Tausende von Stoffen eingesetzt: Bleichmittel, Aufheller, Weichmacher, Färbebeschleuniger, Flammschutzmittel. Es wird Veredelung genannt, ist aber eine Flut von Chemikalien, bis der Stoff fertig ist.

Die Herstellung eines Damen-T-Shirts schlägt mit 5 bis 7 kg CO2 zu Buche. Das entspricht in etwa der Menge, die bei einer Fahrt von 30 Kilometer mit dem Auto freigesetzt wird, oder einer 60-Watt-Glühbirne, die eine Woche lang leuchtet.

Wichtig ist: Je länger ein Kleidungsstück getragen wird, desto besser ist es für die gesamte Umwelt. Dazu leistet EfAs Kleiderkiste (weltweit gesehen) zwar nur einen kleinen Anteil für eine große Sache. Aber schon Sokrates sagte: "Das gute Gelingen ist zwar nichts Kleines, fängt aber mit Kleinigkeiten an."

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